Wie erleben Jugendliche und junge Erwachsene den Meinungsaustausch in Vorpommern-Greifswald?
Die Aussagen der jungen Menschen verdeutlichen, dass das soziale Miteinander und der Meinungsaustausch für sie mit zahlreichen Herausforderungen verbunden sind. Sie erleben die Kommunikation vor Ort häufig als konfliktbeladen, wenig offen und von gegenseitigem Misstrauen geprägt.
Rassismus und übergenerationale Konflikte bewegen junge Menschen in Vorpommern-Greifswald. Zum Teil erleben sie rassistische Vorfälle selbst, zum Teil beobachten sie diese. Außerdem berichten sie von Konflikten zwischen ihrer Generation und älteren Menschen, von denen sie sich häufig nicht ernst genommen fühlen.
Die jungen Menschen kritisieren mit Blick auf Meinungsaustausch zu politischen Themen vor allem ein starkes Beharren auf den eigenen Meinungen und rechthaberisches Verhalten. Sie beobachten, dass Menschen andere nicht ausreden lassen, ihnen ihre Meinung aufdrängen oder deren Ansichten grundsätzlich ablehnen. Kritisch sehen die jungen Menschen die mangelnde Offenheit und Kritikfähigkeit in Diskussionen. Das äußert sich in einer geringen Bereitschaft, andere Perspektiven anzuhören oder eigene Standpunkte zu hinterfragen. Auch Falschbehauptungen und ein geringes Wissen über politische Themen werden als problematisch wahrgenommen. Als Konsequenz eskalieren Konflikte häufig, Menschen werden ausgegrenzt und ignoriert.
Viele der jungen Menschen berichten davon, dass sie aufgrund dessen Angst haben, ihre eigene Meinung zu äußern, aus Sorge vor negativen Reaktionen (z. B. ausgelacht zu werden) bis hin zu Kontaktabbrüchen. Entsprechend geben die meisten an, sich nur selten oder gar nicht aktiv an Meinungsaustausch zu beteiligen. Zusätzlich werden fehlende Räume für Austausch und Sprachbarrieren als Hindernisse für offene und respektvolle Diskussionen wahrgenommen.
Insgesamt zeigen die jungen Menschen eine negative Haltung gegenüber Politik und Meinungsaustausch. Sie fühlen sich nicht gehört, viele ihrer Aussagen spiegeln Politikverdrossenheit wider, und die Mehrheit gibt an, ihre Meinung kaum oder gar nicht einbringen zu wollen. Zwar können sie Mitbestimmungsmöglichkeiten wie Social-Media-Proteste oder Demonstrationen nennen, die tatsächliche Motivation zur Teilnahme ist jedoch sehr gering. Gespräche über Politik finden vereinzelt mit Freund:innen oder der Familie statt, insgesamt wird das Thema jedoch meist aus Angst oder Unsicherheit vermieden.
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