Ideenwerkstätten 2025

Wie erleben junge Menschen ihre Stadt? Was wünschen sie sich für eine starke Gemeinschaft? In Gelsenkirchen und im Landkreis Vorpommern-Greifswald haben wir ihnen genau diese Fragen gestellt.

 

Ideenwerkstätten in Stadt und Land

Im Sommer 2025 hat VoiceUp! sieben Ideenwerkstätten mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt, in Gelsenkirchen und in Wolgast. Ziel war es, möglichst vielfältige Perspektiven auf gesellschaftlichen Zusammenhalt einzufangen.

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Ergebnisse aus Gelsenkirchen
Ergebnisse aus Vorpommern-Greifswald

Junge Stimmen aus Gelsenkirchen

Wie erleben Jugendliche und junge Erwachsene den Meinungsaustausch in Gelsenkirchen?

Junge Menschen aus Gelsenkirchen nehmen den gesellschaftlichen Diskurs häufig als festgefahren wahr. Sie beschreiben, dass viele Menschen an einmal gebildeten Meinungen festhalten und nur selten offen dafür sind, ihre Sichtweise zu überdenken. Besonders ältere Personen werden von den Schüler:innen in diesem Zusammenhang kritisch betrachtet.

Darüber hinaus kritisieren die jungen Menschen, dass es in der Gesellschaft sowohl verbreitete Unkenntnis zu politischen Themen als auch gleichzeitig ausgeprägte radikale Haltungen gibt. Sie selbst berichten, dass sie oft Hemmungen oder sogar Angst verspüren, ihre eigene Meinung zu äußern, da sie eine negative Bewertung oder Verurteilung befürchten.

Teilweise äußert sich auch eine Politikverdrossenheit: Manche junge Menschen ziehen sich aus politischen Diskussionen zurück, auch aus der Überzeugung heraus, dass sich durch ihre Beteiligung ohnehin nichts verändern würde.

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Ergebnisse aus Gelsenkirchen

„Jeder kann zu Wort kommen, also dass wirklich so eine Stimmung herrscht, dass jeder weiß, ‚Okay, ich darf jetzt hier auch meine Meinung äußern, es wird mir auch zugehört und meine Meinung wird auch respektiert‘.“

Stimme eines jungen Menschen aus Gelsenkirchen

Junge Stimmen aus Wolgast

Wie erleben Jugendliche und junge Erwachsene den Meinungsaustausch in Vorpommern-Greifswald?

Die Aussagen der jungen Menschen verdeutlichen, dass das soziale Miteinander und der Meinungsaustausch für sie mit zahlreichen Herausforderungen verbunden sind. Sie erleben die Kommunikation vor Ort häufig als konfliktbeladen, wenig offen und von gegenseitigem Misstrauen geprägt.

Rassismus und übergenerationale Konflikte bewegen junge Menschen in Vorpommern-Greifswald. Zum Teil erleben sie rassistische Vorfälle selbst, zum Teil beobachten sie diese. Außerdem berichten sie von Konflikten zwischen ihrer Generation und älteren Menschen, von denen sie sich häufig nicht ernst genommen fühlen.

Die jungen Menschen kritisieren mit Blick auf Meinungsaustausch zu politischen Themen vor allem ein starkes Beharren auf den eigenen Meinungen und rechthaberisches Verhalten. Sie beobachten, dass Menschen andere nicht ausreden lassen, ihnen ihre Meinung aufdrängen oder deren Ansichten grundsätzlich ablehnen. Kritisch sehen die jungen Menschen die mangelnde Offenheit und Kritikfähigkeit in Diskussionen. Das äußert sich in einer geringen Bereitschaft, andere Perspektiven anzuhören oder eigene Standpunkte zu hinterfragen. Auch Falschbehauptungen und ein geringes Wissen über politische Themen werden als problematisch wahrgenommen. Als Konsequenz eskalieren Konflikte häufig, Menschen werden ausgegrenzt und ignoriert.

Viele der jungen Menschen berichten davon, dass sie aufgrund dessen Angst haben, ihre eigene Meinung zu äußern, aus Sorge vor negativen Reaktionen (z. B. ausgelacht zu werden) bis hin zu Kontaktabbrüchen. Entsprechend geben die meisten an, sich nur selten oder gar nicht aktiv an Meinungsaustausch zu beteiligen. Zusätzlich werden fehlende Räume für Austausch und Sprachbarrieren als Hindernisse für offene und respektvolle Diskussionen wahrgenommen.

Insgesamt zeigen die jungen Menschen eine negative Haltung gegenüber Politik und Meinungsaustausch. Sie fühlen sich nicht gehört, viele ihrer Aussagen spiegeln Politikverdrossenheit wider, und die Mehrheit gibt an, ihre Meinung kaum oder gar nicht einbringen zu wollen. Zwar können sie Mitbestimmungsmöglichkeiten wie Social-Media-Proteste oder Demonstrationen nennen, die tatsächliche Motivation zur Teilnahme ist jedoch sehr gering. Gespräche über Politik finden vereinzelt mit Freund:innen oder der Familie statt, insgesamt wird das Thema jedoch meist aus Angst oder Unsicherheit vermieden.

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Ergebnisse aus Vorpommern-Greifswald

„Man kann verschiedene Meinungen haben, aber die Hauptsache [ist, dass man sich] respektiert.“

Stimme eines jungen Menschen aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald

Junge Stimmen sichtbar machen

Alle Ideenwerkstätten wurden dokumentiert. Die Auswertung konzentrierte sich auf zentrale Themen und prägnante Zitate, um die Perspektiven der Teilnehmenden authentisch wiederzugeben.

Gemeinsam gestalten – mit dem VoiceUp!-Jugendnetzwerk

Das VoiceUp!-Jugendnetzwerk war in alle Schritte der Befragungen eingebunden: von der Entwicklung der Fragen über die Co-Moderation der Ideenwerkstätten bis hin zur Auswertung und Präsentation der Ergebnisse. Damit die Stimmen der jungen Menschen auch Wirkung entfalten können, hat das VoiceUp!-Jugendnetzwerk aus den Ergebnissen klare Handlungsempfehlungen für die Entscheider:innen vor Ort abgeleitet.

Mach deine Stimme laut!

Jung, direkt und auf Augenhöhe: Du bist zwischen 16 und 26: Wie denkst du über Politik, Gesellschaft und eure Zukunft – und was bedeutet echte Mitbestimmung für dich ?

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