VoiceUp!-Jugendnetzwerk stellt repräsentative Studie vor
Wie blicken junge Menschen auf politische Debatten in Deutschland? Was gibt ihnen Zuversicht – und wo sehen sie Bedarf für Veränderung? Antworten darauf gab das VoiceUp!-Jugendnetzwerk, das zusammen mit Johanna Okroi auf einer Pressekonferenz der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) die VoiceUp!-Studie 2025 vorstellte.
Besonders hervorzuheben ist der partizipative Ansatz: Die Studie ist maßgeblich von Jugendlichen selbst entwickelt worden. Mitglieder des Netzwerks haben Themen vorgeschlagen, Fragen formuliert, Ergebnisse interpretiert und politische Forderungen abgeleitet.
„Wir wollten nicht, dass über unsere Zukunft gesprochen wird, ohne dass wir gefragt werden“, erklärte eine Stimme aus dem Jugendnetzwerk.
Partizipation als Leitprinzip
Die Untersuchung basiert auf einer bundesweit repräsentativen Befragung von 1.500 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 26 Jahren. Ergänzend wurden Ideenwerkstätten in Wolgast und Gelsenkirchen durchgeführt.
Von der Entwicklung des Fragebogens bis zur öffentlichen Präsentation waren junge Menschen in alle Schritte eingebunden. Dieser Ansatz macht die Studie zu einem Beispiel dafür, wie Jugendbeteiligung konkret und wirkungsvoll umgesetzt werden kann.
Ergebnisse aus Sicht der jungen Menschen
Die Studie zeigt, welche Themen die Jugendlichen beschäftigten und welche Herausforderungen sie erleben:
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt wird von 78 % als zentral für eine positive Zukunft bewertet, jedoch nur von 43 % tatsächlich empfunden.
- Ein Drittel fühlt sich „gar nicht richtig zur Gesellschaft zugehörig“.
- 59 % nehmen eine zunehmende Polarisierung politischer Meinungen wahr.
- Nur 42 % geben an, ihre politische Meinung frei äußern zu können.
- 24 % berichten von Einschüchterungen oder Bedrohung aufgrund politischer Aussagen.
- In Fragen der Generationengerechtigkeit zeigten sich vielfältige und differenzierte Positionen.
Forderungen der Jugendlichen
Die sechs jungen Sprecher:innen stellten politische Forderungen vor, die sie selbst aus den Ergebnissen abgeleitet hatten. Dazu gehörten unter anderem:
- ein flächendeckendes Wahlrecht ab 16,
- verbindliche Jugendbeteiligung in Bundes- und Landesgremien,
- langfristige Förderung von Demokratielernen,
- klare sozial- und bildungspolitische Perspektiven für junge Menschen.
Warum die Ergebnisse wichtig sind
Da junge Menschen in Deutschland eine Minderheit bilden und ihre Interessen im politischen Prozess häufig unterrepräsentiert sind, setzt VoiceUp! mit der Studie ein klares Zeichen: Junge Perspektiven gehören in politische Entscheidungsprozesse.
Mit der VoiceUp!-Studie 2025 machte das Jugendnetzwerk eindrücklich sichtbar, wie wertvoll und wirksam echte Jugendbeteiligung sein kann.
Der Bericht, das Chartbook und der Mitschnitt der Pressekonferenz sind hier zu finden